Tishina-GDZ Treff 2018 - Tishina Storys

  • Die folgenden Ereignisse haben sich so oder so ähnlich zwischen dem 16.08.2018 und dem 19.08.2018 zugetragen.


    Dies ist eine Geschichte die sich auf wahre Begebenheiten bezieht und trotzdem bleibt es nur eine Geschichte. Alle Personen sind frei erfunden auch wenn sie existieren :P






    Ich denke ihr habt es verstanden oder auch nicht 8o

    TAG I


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    Wir schreiben den 16.08.2018,


    zumindest glaube ich, dass wir dieses Datum haben.


    Die Welt ist in einer Zombieapokalypse untergegangen und ich befinde mich allein auf dem Weg um das zu sichern was noch wichtig ist, mein Überleben.


    Ich habe das Glück ein funktionstüchtiges KFZ mein eigene zu nennen und so fahre ich mit meinem Seatdan durch eine mir unbekannte Gegend. Das Fahrzeug ist vollgepackt mit Überlebenswichtigen Dingen wie Nahrung, Kleidung, eine Wasserpfeife und noch viele andere Dinge, die unverzichtbar geworden sind.

    Die Straßen die ich befahre sind schmal und weder eine Menschenseele noch viele Infizierte, sind auf meinem Weg zu beobachten.


    In meiner Nase macht sich ein seltsamer Geruch bemerkbar. Erst vermute ich, dass hier nur eine nahgelegene Ortschaft oder ein Wald in Flammen steht, doch der Himmel ist völlig Wolkenfrei. Keine Spur von Feuer zu sehen, aber woher kommt nur dieser verbrannte Geruch?

    Immer wieder zieht mir dieser verkohlte „Duft“ in die Nase und nun schießt mir ein Gedankenblitz durch den Kopf: „Nicht die Gegend brennt, mein Auto brennt!“


    Es ist einfach zu gefährlich um weiter zu fahren und so entschließe ich mich eine kleine Waldeinfahrt zu nehmen um meinen Seatdan zu überprüfen. Und dann passierte es: Plötzlich stand ich vor einer etwas heruntergekommen Basis von anderen Überlebenden. Ein wahrer Glücksfall denn auch wenn die einheimischen mich mit strengen Blicke mustern, werde ich dennoch friedlich aufgenommen.


    Bevor ich mich aber groß vorstellen kann, dringt immer mehr Qualm aus der Motorhaube meines Fahrzeuges. Der für die Ausrüstung zuständige Überlebende der Basis kommt auf mich zu. Es ist ein älterer Mann, seine Kleidung zeigt Anzeichen von vielen Kämpfen auf und sein Atem riecht ähnlich wie die infizierte Meute nach Verwesung. Doch er scheint freundlich zu sein und hebt die Hand. Ich erwidere das Handzeichen und öffne die Motorhaube meines Seatdans. Der alte Mann mit dem tödlichen Atmen eilt zurück zum gesicherten Eingangstor der Basis und holt einen Feuerlöscher aus einer der Baracken. Ein wenig habe ich Angst das er diesen nur holt um mich zu erschlagen und sich meine Ausrüstung unter den Nagel zu reisen oder noch schlimmeres. Doch meine Ängste werden nicht bestätigt, der alte Mann hebt den Löscher und beginnt den Kampf gegen die lodernden Flammen die noch immer aus meinem Fahrzeug schießen. Trotz der Tatsache, dass der alte Mann nur noch ein Bein hat (wahrscheinlich wurde er von einem Infizierten gebissen und man konnte durch das abtrennen des Beines sein Leben noch vor der Seuche retten.), ist er sehr agil und schafft es den Brand zu löschen. Dabei hatte er natürlich auch an seine Basis gedacht. Es hat schon seit Wochen nicht geregnet und ein einziger Funke könnte reichen um die letzte Bastion dieser Überlebenden, in ein flammendes Inferno zu verwandeln.


    Das Feuer ist gelöscht und zu meiner Verwunderung springt sogar der Motor meines Seatdans wieder an. Der alte Mann schleppt sich zurück zu seiner Baracke während ich das Fahrzeug bei Seite stellen möchte. Ich fahre an und KRRRAAACH. Mein Fahrzeug macht auf der rechten Vorderseite einen kleinen Sprung und ich bin völlig ratlos was nun wieder passiert ist. Nach dem kurzen Schock steige ich aus dem Fahrzeug aus und erblicke unter diesem, den gerade noch benutzten Feuerlöscher. Peinlich berührt ziehe ich den stark beschädigten Feuerlöscher unter meinem Auto hervor. So hatte ich mir die Aufnahme in eine neue Gruppe nicht vorgestellt. Ich übergab den beschädigten Löscher dem alten Mann der sich nur verwundert an den Kopf griff. Vielleichte hatte er Kopfschmerzen, ich konnte die Geste auf jeden Fall nicht verstehen. Mit der Antwort „das klären wir Später“ konnte ich aber erst einmal gut leben. Ich wusste nicht was nun mit mir passiere soll, ist es möglich sich dieser Gemeinschaft anzuschließen? Dies kann natürlich nicht der alte Mann mit der Giftgasfabrik im Mund entscheiden und so sagte ich zu ihm: „Bring mich zu deinem Anführer“.


    Ich folgte dem Geruch in die Baracke und stand nun vor dem Chef der Basis. Zur meiner Überraschung war dies kein schwer gebauter Bär eines Mannes, meine Augen erblickten eine kleine blonde Frau hinter einem Tresen. Mit strengem Blick schaut sie mich an und heißt mich in Tishina (der Name der Basis) willkommen. „Du bist also der neue der hier alles abfackeln will“. Ich war noch keine 10 Minuten vor Ort und hatte mir schon einen Namen gemacht, es lief also alles wie am Schnürchen.


    Die Chefin machte klar wer hier das Sagen hat. Nur ein falsches Wort hätte das Ende bedeuten können. Wahrscheinlich hat die Dame vor der Zeit der Auslöschung einen Posten als Campingplatzbetreiberhin oder ähnliches inne, denn die Dame hatte Haare auf den Zähnen gegen die kein Gillette Mach3 der Welt etwas ausrichten hätte können.


    Sie erklärte mir die Regeln der Gemeinschaft und teilte mich einer Gruppe von Überlebenden zu. Zu meinem Glück waren noch freie Plätze verfügbar und der Bedarf an menschlichen Arbeitskräften war noch nicht gedeckt. Somit wurde mir gestattet zu bleiben um mich in den nächsten Tagen zu bewähren. Die Tatsache, dass ich bereits Ausrüstung der Basis (Feuerlöscher) vernichtet hatte, war sicherlich kein Vorteil in Hinblick auf meine Bewährung.


    Die Basis bestand aus mehreren einfachen Unterkünften. Scheinbar wurden die Überlebenden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Mir wurde eine Hütte zugeteilt, die ich mir mit 5 weiteren Überlebenden teilen sollte. Als ich an der Hütte ankam war diese verschlossen, scheinbar machten sich die anderen Neuankömmlinge schon nützlich und waren im Umland unterwegs um Ausrüstung zu suchen. Nach einiger Wartezeit kam „mein“ neues Team zurück und wir hatten die Möglichkeit uns vorzustellen.


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    DagiWeh:

    Eine Frau stellte sich mir vor. Sie sagt ihr Name sein Dagi-Weh. Was ihr genau Weh-tut, wollte sie mir nicht sagen, aber vielleicht finde ich das noch heraus. Es ist noch eine recht junge Frau mit roten Haaren und kleiner Statur. Sie trägt eine Brille und scheint diese neue geründete Gruppe aus Neuankömmlingen anzuführen.


    Frank22143

    Ein mittelkleiner Mann im mittleren Alter stellt sich mir vor. Er trägt eine deutliche Kugel in seiner Körpermitte die eindeutig nichts mit einem Feuergefecht zu tun hat. Sein Schnauzbart und seine Brille runden das Bild weiter ab. Als Namenzusatz wurden Frank 5 Ziffern zugeteilt, da sein Familienname in der Basis scheinbar schon zu oft vergeben war. Er scheint ein guter Kerl zu sein, aber aus einem mir unbekannten Grund fürchte ich mich etwas vor ihm. Ich kann diesen Zustand nicht erklären, aber wir werden sehen was die Nacht bringt. Franks größter Traum ist eines Tages eine Badehose zu finden.


    VW-Golftuning:

    Ein großer Mann stellt sich mir vor. Mit seinen Riesen-Händen gibt er mir einen starken Händedruck den ich versuche mit meinen recht knochigen Fingern zu erwidern. Scheinbar hatten diese Überlebenden mehr Glück in den letzten Jahren was die Nahrung angeht, denn im Vergleich zu ihnen bin ich der Allioideae der Gruppe. Der Mann wird von den anderen auch Golftuning genannt. Schon durch seine Statur könnte er sehr nützlich für die Gruppe sein, da er sicher gut zupacken kann, dachte ich mir (auch ist es immer praktisch wenn es Leute gibt, hinter die man sich verstecken kann wenn Sachen durch die Lüfte fliegen, zb. Steine).


    Exit:

    Ein mittelgroßer Mann im jungen Alter stellt sich mir vor. Auch er muss in den letzten Jahren besser gelebt haben als ich. Sein Dialekt ist nur schwer verständlich. Er scheint mir ein cooler Typ zu sein. Ich verstehe zwar nicht immer alles was er sagt, aber ich habe gemerkt, dass wenn er lächelt, er wohl etwas Lustiges gesagt haben muss und so erwidere ich das Lächeln auch wenn ich kein Wort verstanden hatte (Bis jetzt klappt das ganz gut, ich hoffe nur er hat nie eine Frage an mich). Er scheint bedingt durch sein noch junges alter vor Kraft zu strotzen was sich auch in seiner kräftigen und lauten Stimme bemerkbar macht.


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    Wir verbringen nun die Zeit uns besser kennen zu lernen. Jeder hat seine eigene Geschichte wie er Überleben konnte, jeder hat spannende Erfahrungen zu berichten und jeder freut sich hier zu sein. Wir fühlen uns wohl in unserem neuen Zuhause und seit Jahren bekam ich wieder ein Gefühl der Sicher- und Unbeschwertheit. Unsere Hütte umfasst ein kleines Bad das mit kaltem Flusswasser betrieben wird. Es steht ein Sofa im Hauptraum mit der Küche. Mit den beiden weiteren Räumen haben wir Schlafplätze für Insgesamt 6 Personen in unsere Hütte.


    Die besorgte Ausrüstung aus der vorherigen Beschaffungstour wurde nun in die Baracke geschafft. Auch ich legte meine Ausrüstung dazu, behielt aber ein paar seltene Kräuter für den Eigenkonsum für mich. Scheinbar hatte „mein“ neues Team auch alkoholische Getränke gefunden. Hierüber war ein sehr froh, aber ich hatte auch Angst das durch den Übergebrauch ein Problem mit der Basis-Chefin entstehen könnte. Um dies zu verhindern begann ich damit, Ausrüstungsteile als Zwangsabgabe für unsere oberste Führung einzusammeln.


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    Frank wurde mit Überwachungsaufgaben der Basis betraut. Der Schnauzbart-Träger steuerte eine Überwachungsdrohne über das Gelände um uns vor den Infizierten zu warnen. Doch scheinbar war das wertvolle Hightech-Gerät nicht ordnungsgemäß kalibriert. So geschah es, das der Rest der Gruppe vor gefährlichen Drohnenangriffen ausweichen musste. Die anliegende Vegetation erhielt ein sauberes Downgrade dank der Drohne, die sich für einen Mähroboter hielt. Nach einem starken stoß gegen die Nachbarhütte, verrichtete die Drohne vorerst nur noch Bodendienste. Der Vorfall war allerdings Glück im Unglück. Denn in der besagten Nachbarshütte, hatten sich tatsächlich Infizierte breit gemacht. Diesen waren allerdings Dauerhaft anwesend und gehörten zur Basis dazu. Da auf Grund des Alters dieser Infizierten keine echten Zähne mehr vorhanden waren, stellten diese Zombies keine Gefahr da und wurden sozusagen geduldet.


    Es ist heiß und wir leisten unseren Beitrag in der neuen Gemeinschaft. Die Zeit vergeht und wir erhalten die letzten Neuzugänge für unsere kleine Baracke.


    HalfMoon:

    Ein mittelgroßer Mann, ohne Haare auf dem Kopf, stellt sich uns vor. Er ist so froh das er uns gefunden hat, dass er uns zur Begrüßung umarmt. Da er nicht ganz bekloppt ist und nur zur Hälfte hinterm Mond lebt, nannten wir ihn Halfmoon. Seine weiche Stimme und seine coole Art geben einen das Gefühl das man ihm alles anvertrauen kann. Ist dies nur eine Masche oder kann man ihm vertrauen?


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    Das HalfMoon der Gruppe sehr nützlich seinen kann, bewies er gleich in den nachfolgenden Stunden. Der Techniker kalibrierte die Überwachungs-Drohne neu und präsentierte einen einwandfreien Schwebeflug. Frank konnte seine Aufgabe der Überwachung nun abschließen. Wir waren sicher, keine Gefahr mehr weit und breit. Und so konnte der Abend beginnen.


    Wir begannen mit dem Genuss der alkoholischen Getränke, obwohl wir die gefunden Lebensmittel noch nicht mal verarbeitet hatten (dumm dumm dumm dumm dumm^^). Da ich jedoch unter großen Hunger litt, musste ich nun die Essensproduktion anregen. Da meine eigenen Fähigkeiten jedoch mangelhaft sind, muss ich einen geeigneten Koch finden. Auch die Anderen der Gruppe sind wenig motiviert zu kochen und so soll einen Person bestimmt werden. Wir beschließen Strohhalme zu ziehen um den Koch zu ermitteln. Da Strohhalme Mangelware sind, werden von uns Moorrüben gezogen. Herr Golftuning hat die kleinste Möhre von allen und wird somit in die Küche verbannt. Ich wusste doch, dass er uns noch nützlich werden wird. Dank der Hitzewelle war ein offenes Feuer ausgeschlossen und so bruzelte Golftuning mit der Pfanne am Herd.


    Bei der Beschaffungs-Mission konnten auch verschiedene Spiele aufgefunden werden die nun zu begutachtet sind. Da die Gruppe aktuell aus 5 Männern und einer Frau besteht, beschloss man ein Trinkspiel mit hohem Flirtfaktor zu spielen. Eigentlich wollte man das Spiel zum Trinken nutzen, doch ständig stand ein Spieler auf Feldern wie „Küsse die Person rechts von dir“, „ziehe ein Kleidungsstück aus“ oder „Wahrheit/Pflicht“. Das so eine Art Spiel, mit einen Überhang an männlichen Geschlechtern, besonders viel Spaß macht ist nur logisch.
    Als dann auch noch DagiWeh als Spielbestandteil zum Cocktail mischen abgeordnet wurde, war es ein reines Würstchenspiel mit anfassen. Als Ersatzmann für DagiWeh wurde Golftuning mit seiner kleinen Möhre aus der Küche zu an den Tisch geholt. Die frisch gemixten Cocktails, stellten sich bei der Geschmacksprobe als großer Shot heraus. Hier kam mir zum ersten Mal der Gedanken, dass ich die Nacht mit völlig Fremden verbringen werde und es vielleicht besser wäre bei Sinnen zu bleiben. Leider verschwand dieser Plan im Bodensatz des Shot-Cocktails.


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    Es wurden genug Männerküsse verteil um das Spiel abzuschließen. Als abgelegte Kleidungsstücke, wurden allerdings nur ein Headset und ein Ehering entfernt. Um diese Würstchen-Party umzuwidmen, rief man nach dem Koch Golftuning, da man noch immer nichts gegessen hatte (außer die bereits genannte Todesmischung von DagiWeh).

    Mit breit geschwollener Brust, servierte uns Golftuning das gut durchgebratene Fleisch. Um dieses noch schmackhafter zu machen, stellte Golftuning eine sogenannte Kai-Soße her (Ob in der Küche oder im Bad ist nicht bekannt). Seine Überraschung verfeinerte das Gericht erheblich und alle schleckten sich die Mäuler nach Kai seiner leckeren Soße.


    Es sammelte sich eine kleine Grundlage in unseren Mägen an, die wir zum weiteren Trinken nutzen. Das Gruppenmitglied Exit hatte bei seiner Tour süße Mini-„Klopfer“ gefunden. Diese aus Zucker, Zucker, Zucker und Zucker bestehenden Alko-mini-pops wurden mit großer Freude aufgenommen, da man Erfahrungsgemäß niemals Kopfschmerzen von solch hochklassigen Drinks am Folgentag bekommt.


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    ....

  • ...


    Um dem Trinken einen Sinn zu geben, wurde ein weiteres Spiel begonnen. Es müssen 3 gesuchte Wörter in nur 5 Sekunden ausgesprochen werden um für sein Team ein Punkt zu erzielen. Sollten beide Teams die Frage nicht lösen können, folgt ein Straf-Klopfer. Leider war unser Zustand schon so vorangeschritten, dass dieses Spiel uns an die Grenze brachte. Sehr oft konnte die Lösung nicht gefunden werden und so drehte sich die Suff-Spirale weiter nach unten in den Moloch. Ich persönlich, kann mich nur noch an eine Frage erinnern:

    Nennen Sie 3 Wörter, die sich auf Bauch reimen:


    Der Spieler Exit war an der Reihe und konnte innerhalb der 5 Sekunden 3 begriffe nennen:


    Mauch

    Auch

    Lauch


    Da wir altersbedingt nicht so einen reichlichen Wortschatz haben wie unser erfahrener Exit, mussten wir bei einem Begriff nachfragen. „Mauch? Was ist den Mauch?“

    Mit weit aufgerissen Augen und 100% von seinem Mauch überzeugt, blickte Exit mich an:


    „Wie Mauch? Kennt ihr Mauch nicht?“


    Aber scheinbar konnte er die genaue Definition nicht wiedergeben (Dies konnte er auch nicht, wie sich später rausstellte ist eine Definition von Mauch sehr schwer da es ein Universalwort ist).


    Exit schlug im Lexikon nach und da stand es: Professor Doktor Mauch!


    Somit und der Tatsache geschuldet, das Exit mit seiner Lautstärke die ganze Basis wach hielt (ca. 00:45 Uhr), wurde Mauch als Wort zugestimmt. Exits Team Noobert konnte durch diesen Mauch das Spiel für sich gewinnen. Das Wort „Mauch“ stieg in den folgenden Tagen vom Wort zum Lebensgefühl auf und spaltet nach wie vor die Gemüter.


    Der Pegelgewinner des Abends ist eindeutig Exit und er setzt die lautstarke Show weiter fort.

    Das fällt nicht nur den Untoten Nachbarn auf, auch weitere Überlebende aus anderen Gruppen können Exits Sieg live miterleben. Ich im Gegenzug, bin nach dem Konsum von Heilkräutern bereit für das Bett.


    Ich liege bereits im Bett und höre durch die geschlossene Tür noch immer Exit der lautstark eine Unterhaltung mit VW-Golftuning führt. Der arme Frank liegt auf dem Sofa direkt neben den beiden und versucht zu schlafen. Aus Irgendeinen Grund wollte keiner mit Frank einen Schlafraum teilen. Als ich die Wortfetzen „Wir müssen….. rufen“ verstehe, springe ich aus meinem Koma auf und gehe Richtung Tür. Dort zeigt sich dann das ganze grauen. Scheinbar hat es nur wenige Minuten zuvor einen Angriff auf unsere Gruppe gegeben. Die Schüsse erfolgten aus der Dunkelheit. Dabei wurde erst unser Metall-Ofen im inneren der Hütte getroffen (Schuss durch offene Tür) und dann unser menschlicher Ofen Golftuning. Dieser wurde am Hals getroffen, als er heldenhaft versuchte Exit aus der Schusslinie zu ziehen. Warum Exit als Ziel auserkoren wurde ist vööööööööllig unklar.


    Nun wurde mir mitgeteilt, dass man als Option den Hilferuf einer örtlichen Söldnergruppe (namens „ACAB“) in Betracht ziehe. In Anbetracht meines aktuellen Heilkräuterbestandes konnte ich die anderen davon überzeugen, dies zu unterlassen. Als Ausweichoption wurde von mir vorgeschlagen, die Tür zu schließen. Diese geniale Idee wurde später umgesetzt. Zuvor begaben sich die beiden Gruppenmitglieder Exit und Golftuning jedoch auf die Suche nach den Schützen. Leider konnte man die Angreifer nur noch flüchten hören. Hierbei handelte es sich wohl um ein Tishina-Üblichen Angriff über Hit and Run. Die Projektile in Steinform wurden von unserer Gruppe sichergestellt. Gottseidank erlitten wir keine schweren Verletzungen oder Totalausfälle. Ich schwanke zurück in mein Bett.


    Den Schlafraum teile ich mir mit Halfmoon, dieser liegt neben mir und schaut mir tief in die Augen. Herr HalfMoon fragt mich, “möchtest du noch eine kleine Überraschung“? Leicht verwirrt, aber voller Neugier und eigentlich schon im Wach-Koma, sage ich ja. Nun soll ich den Mund öffnen und auch dies wird von mir brav ausgeführt. HalfMoon legt mir eine kleine Tablette auf die Zunge und ich schließe meinen Mund wieder.


    Meine Beine werden schwer, meine Arme werden schwer, ich höre das Halfmoon etwas macht aber ich bin zu schwach um mich zu bewegen und nachzusehen.


    Ich werde immer schwächer, es wird schwarz….


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    Einmal editiert, zuletzt von Zoppel ()

  • Tag 2 - Freitag



    POV Dagi Weh


    Es ist kalt an diesem Morgen, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Aber ich drehe bereits meine Runden. Das Camp muss schließlich rund um die Uhr bewacht werden und mir als Anführerin dieser kleinen Gruppe von Überlebenden fällt nun mal diese verantwortungsvolle Aufgabe zu.

    Und so streife ich allein durch die nebelschweren Täler von Tishina und überprüfe Zäune, Tore, Barrikaden auf Festigkeit und Sicherheit. Es ist einsam in diesen frühen Morgenstunden, aber an der Spitze ist es bekanntlich immer einsam.


    Wir haben gestern zwei Neuankömmlinge zugeteilt bekommen. Ich hielt es für das Beste die beiden zueinander eine emotionale Bindung aufbauen zu lassen. Der schmalere von beiden scheint mir auf sich selbst gestellt nicht überlebensfähig zu sein. Zoppel nennt er sich und ist das schwächste Glied in unserer kleinen Gruppe Überlebender. Aber für den Fortbestand der Menschheit nach dieser Apokalypse ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir es alle zusammen schaffen. HalfMoon im Gegensatz, mit seiner Stahlbrust und den überlegenen technischen Fähigkeiten, scheint der perfekte Kandidat zu sein um nicht nur für sich selbst sondern auch für Zoppel zu sorgen. Tja, und wie baut man in so einer Krisensituation am besten emotionale Bindung zwischen zwei völlig Fremden auf? Genau, körperliche Nähe. Den Geräuschen letzter Nacht zu urteilen ist mein Plan voll und ganz aufgegangen. Sehr gut, eine Sorge weniger auf meiner langen Liste.


    Inzwischen geht die Sonne auf, die Dunstschwaden verziehen sich. Es wird Zeit für mich zum Morgenappell bei der Lagerleitung anzutreten und die unserer Gruppe zugewiesenen Lebensmittel abzuholen.


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    Wir stärken uns für die vor uns liegenden Aufgaben an diesem Tag. Die schwerwiegenden alkoholischen Ausschreitungen vom Vorabend verlangsamen noch immer die Reflexe, aber nach einer Runde auf dem Schießstand sollte sich das bessern.


    Bevor wir aufbrechen können ereilt uns jedoch eine freudige Nachricht: Schippel, ein Riese unter Männern und unser bester Kämpfer, ist von einer Expedition aus den Ödlanden zurückgekehrt und hat reiche Beute mitgebracht. Wir weinen vor Glück, denn es kann sich fast keiner von uns mehr erinnern wann er zuletzt ein so göttliches Stück Quarkkuchen mit Baiser-Haube gegessen hat.

    Von seiner langen Reise müde schließt sich Schippel, pflichtbewusst wie er eben ist, gleich unserem Trip zum Schießstand an. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Pistolen oder Sporter sucht man hier vergeblich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die M4 das einzig Wahre im Kampf gegen die Infizierten ist.


    Zur Überraschung aller scheidet unser Berufsjäger und erfahrener Nahrungsbeschaffungsexperte Exit bereits in der ersten Runde aus. Er zuckt nur mit den Schultern, Wild wird mit Schrot geschossen, da kommt es anscheinend auf das Zielen nicht ganz so an. Das Rennen macht einer unserer Neuzugänge, da kann selbst unser bester Kämpfer nichts dagegenhalten. HalfMoon ist offensichtlich auch ein guter Schütze, ausgezeichnet. Das werde ich bei der Einteilung der Wachrunden berücksichtigen.


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    Zoppel, vwgolftuning, Exit, DagiWeh, HalfMoon, Schippel



    Nachdem dieser erste Punkt auf unserer Tagesordnung abgeschlossen ist widmen wir uns dem nächsten: Sicherstellung der Wasserversorgung im Lager und persönliche Körperhygiene. Ausgerüstet mit Werkzeug, Waffen und Handtüchern verlassen wir also zum ersten Mal alle zusammen Tishina in Richtung Fluss. Um die Wasserversorgung des Lagers zu gewährleisten müssen regelmäßig Speicherbecken und Rohrleitungen so wie ein altes Aquädukt überprüft werden. Gerade in einer Trockenzeit wie wir sie im Moment haben ist das lebensnotwendig!


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    Das alte Aquädukt grenzt an eine stillgelegte Mine. Nachts sind hier seltsame Laute, man möchte fast sagen Schreie, zu hören. Keiner weiß welche Horden von Infizierten in diesen Minen hausen. Und keiner möchte es herausfinden. Wir erledigen unsere Arbeit zügig, immer mit einem wachsamen Auge in Richtung Tunnel gerichtet.


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    Nach getaner Arbeit, schweißnass und dreckverkrustet, kehren wir ans Flussufer zurück um uns vom Schmutz zu befreien. Persönliche Hygiene ist nach der Apokalypse vielleicht sogar noch wichtiger als vorher. Krankheiten können wir uns nicht erlauben. Der Fluss ist warm für diese Jahreszeit: 16°C und die Strömung angenehm seicht. Nach einem ausgiebigen Bad legen wir uns ans Ufer um uns in der sengenden Hitze zu trocknen.

    Während die anderen noch dösen erspähen meine Augen in der flirrenden Nachmittagssonne eine Silhouette die sich langsam auf uns zu bewegt. Ein Infizierter? Ich will schon die Waffe ziehen als ich erkenne, dass es ein anderer Überlebender ist. Es kommt recht häufig vor, dass wir hier Neulinge finden. Sie laufen alle entlang der Flüsse ins Landesinnere. Sie glauben es sei sicher.


    Der neue sieht komisch aus und er bewegt sich auch eigenartig, weswegen ich ihn zuerst für einen Zombie hielt. Er sagt sein Name sei Gomorrha. Er teilt HalfMoons Vorliebe für Kurzhaarfrisuren und scheint gern Leute anzufassen. Der Aufforderung sich ebenfalls im Fluss zu waschen kommt er nur sehr zögerlich und unvollständig nach. Er scheint einer der Überlebenden aus den großen Regierungscamps zu sein… es gibt Gerüchte nach denen es dort warmes Wasser geben soll.


    Der Tag schreitet voran, aber wir haben noch immer zu tun. In Severograd gibt es einen besetzten Supermarkt, hier wird an die Camps der Region nach striktem Rationierungsplan Nahrung ausgegeben. Heute sind wir an der Reihe. Mit dem Codewort Schniposa erhalten wir Eintritt in die heiligen Hallen.

    Der letzte Punkt auf der Tagesordnung für unsere kleine Gruppe aus nunmehr 8 Überlebenden ist das Willkommenheißen zweier Neuzugänge. Die Lagerleitung wies mich explizit drauf hin, dass Überlebende Criosdan, eine kleine Frau mit überaus gutem Geschmack in Sachen rote Haarfarbe, unter allen Umständen zu schützen sei. Worte wie Top Secret, Rettung und Gegenmittel fielen auch im Gespräch aber die Implikationen sind zu schwerwiegend als dass ich jetzt schon zu hoffen wagen würde. Mit ihr traf ihr Leibwächter FetterLutz ein. Ein bulliger Typ im Elvis-Kostüm. Nun ja, wir haben alle unseren eigenen Weg gefunden um mit der Apokalypse umzugehen.


    Da unsere Gruppe inzwischen auf 10 Überlebende angewachsen war wurden uns von der Lagerleitung neue Wohnquartiere zugewiesen die die Überlebenden auch gleich bezogen. Ich nutze die Gelegenheit um mein Schlafquartier bei vwgolftuning und Exit aufzugeben. Trotz Exits junger Jahre sägt er nachts schon wie ein Großer und ich brauche meinen Schlaf und die nächtliche Erholung, wenn ich weiterhin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sein und das Kommando über diesen kleinen Haufen Überlebender behalten will. Ich beziehe also Quartier mit unserem Neuling Gomorrha. Seine liebenswert-seltsame Art hat es mir angetan und er scheint einfach genug ruhigzustellen zu sein. Auch Zoppel scheint bestrebt sein Arrangement mit HalfMoon aufzulösen. Schade, er hätte ihm noch nützlich sein können, aber vielleicht hat die Nacht auch nicht gehalten was die stählerne Brust versprochen hat.


    Aufgrund der Wichtigkeit von Überlebender Criosdan bekam die ganze Gruppe die Genehmigung zu einem Erholungs-Ausflug an einen nahegelegenen Stausee mit Badetemperatur von sage und schreibe 22°C. Der Pure Luxus! Um die Sicherheit aller zu gewährleisten nahm es Überlebender Frank auf sich Wache zu stehen. Am Stausee wurde getan was man nun mal so tut beim Baden: im Wasser stehen, im Wasser schwimmen, im Wasser Bälle werfen, im Wasser Bälle an den Kopf geworfen bekommen und auf der Wiese rumliegen.


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    vwgolftuning, Schippel, Gomorrha, DagiWeh, Zoppel (gaaanz klein), Criosdan, FetterLutz, Frank



    Auf dem Heimweg nach Tishina mussten wir eine Barrikade aus Strohballen überwinden. Exit und HalfMoon ließen es sich nicht nehmen bis zur Spitze zu klettern und auch Zoppel folgte hintendrein. Ich glaube bei den beiden ist vielleicht doch noch nicht alle Hoffnung verloren.


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    Oben: Zoppel, HalfMoon, Exit

    Unten: Criosdan, FetterLutz, vwgolftuning, Frank, Schippel, DagiWeh



    Im Lager angekommen hieß es nach diesem anstrengenden Tag erstmal Essen zubereiten. Die Männer wurden zum Kartoffelschälen und –schneiden abkommandiert. HalfMoon zeigte sich dabei über die Maßen begabt, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden so professional Kartoffeln schälen sehen. Ich habe vor Rührung fast ein bisschen geweint. Und erst die Möhrchen, ich kann mit Worten gar nicht wiedergeben was für ein festlicher und ergreifender Anblick das war! Nach so viel Kochprofessionalität hätte man den Kartoffelsalat auch mit Kuhmist marinieren können, er hätte immer noch absolut deliziös geschmeckt! Da aber gerade kein Kuhmist da war nahm ich andere ähnlich leckere Dinge und verpampte alles schön miteinander. FetterLutz, ebenso kulinarisch angeregt von HalfMoons Kochkünsten, wollte den Salat auch sogleich verspeisen. Ich schlug ihm mit dem Kochlöffel einmal ins Gesicht und sperrte den Salat zum Durchziehen für den nächsten Tag in den Vorratskeller.


    FetterLutz hatte trotz seines despektierlichen Begehrens nach Kartoffelsalat den Nerv der Gruppe getroffen. Es war Zeit für was richtiges zu futtern! Nach vwgolftunings leckerer Kai-Soße vom Vortag war nun Schippel an der Reihe sich seinerseits am Herd bzw. dem Elektrogrill zu beweisen. Um diesen Grill in Betrieb zu nehmen fertigten wir eigens eine Dynamo-Konstruktion aus alten Damenfahrrädern an auf denen FetterLutz im Elvis-Kostüm und Gomorrha die (Sprung-)Feder abwechselnd um die Wette radeln mussten während Frank über allem wachsam das Auge seiner Drohne kreisen ließ.


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    Ich lehnte mich in der Zwischenzeit zurück und genoss mit dem Rest der Gruppe eine wohltuende, gesundheitsfördernde und wunderbar kühle Hopfenkaltschale oder auch drei.


    Und dann war es endlich so weit, Schippel servierte uns ein köstliches Mahl mit Würstchen aus Fleisch nicht näher deklarierten Ursprungs. Dazu gab es leckeren Toast, pristine Tomaten und Zucchini. Im Anschluss beschäftigten wir uns wieder mit den überragenden Spieleklassikern vom Vorabend wobei wir diesmal aufgrund des noch niedrigen Alkoholpegels deutlich besser abschnitten bei so wissenschaftlichen Fragen wie „Nennen Sie drei klebrige Dinge.“ oder „Nennen Sie drei elektronische Spielzeuge.“


    Da für den nächsten Tag um 10 Uhr eine große Expedition zu Wasser an den Rand des verseuchten Gebietes geplant war beschloss ich meine Kräfte zu schonen und begab mich kurz nach Mitternacht zusammen mit Gomorrha der Feder bereits in die Schlafquartiere. Aber ich konnte nicht schlafen. Mich plagten Sorgen über den kommenden Tag: Würden wir es ohne Verluste schaffen? Würden die Boote halten? Was würden wir am Ende unserer Reise finden?


    Unruhig fiel ich in Schlummer und es wurde schwarz …

    "Real stupidity beats artificial intelligence every time." Terry Pratchett

  • Tag III


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    Wir schreiben den 18.08.2018,

    zumindest glaube ich, dass wir dieses Datum haben.


    Ich erwache allein in meinem Bett, obwohl vom Zustand Wach eigentlich nicht die Rede seien kann! Denke ich an das Erwachen am Morgen davor, so merke ich den krassen Gegensatz.


    War ich am Freitagmorgen völlig entspannt, zufrieden und schmerzfrei, (bis auf ein kleines Ziehen im Hintern, „Hatte ich mich vielleicht auf einen winzig kleinen Ast gesetzt? Ich weiß es nicht mehr.“), so bin ich jetzt ein totales Wrack. Mein Kopf dreht sich in alle Richtungen, mein Magen zieht sich zusammen und ich kann kaum gerade stehen. Vielleicht war es doch ein Fehler Halfmoon vor den Kopf zu stoßen und seinen Schlafraum zu verlassen, er sorgte für meinen Schutz und dies ohne mir bekannte Gegenleistung. Und nun, ohne seine Stahlbrust bin ich scheinbar auf mich allein gestellt.


    Was ist passiert? Ich muss vergiftet worden sein, eine andere Erklärung gibt es einfach nicht! Leider habe ich auch keinerlei Erinnerung mehr an den gestrigen Abend, so schließe ich darauf, dass es ein sehr starkes Gift war. Ich habe die Nacht zweifelsfrei nur überlebt, weil ich ansonsten das Abbild eines gesunden und starken Mannes bin, so viel steht fest.


    Unsere Anführerin DagiWeh geht an meinem Schlafraum vorbei und bringt ihren Ekel zum Ausdruck. Die Erinnerung kehrt zurück, ich versuchte mehrfach in der Nacht das Gift aus meinem Körper zu bekommen, bis es von ganz alleine aus mir raus wollte. Nach dem schätzungsweise achten Versuch, habe ich es wohl unterlassen die Sanitäreinrichtung von meinen Giften zu befreien, weil ich sicher war, dass ich eh gleich wieder dort landen würde.


    Es steht um mich nicht gut, die Bürgermeisterin von Tishina hält mich für einen Feuerteufel, meine Teamanführerin ekelt sich vor mir und die einzige Person die für mich da war habe ich aus Angst vor Nähe von einem Heuballen geworfen. Doch Halfmoon hatte glück, seine Stahlbrust bremste scheinbar den dreiteiligen Sturz.


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    Aber zurück in die Gegenwart! Noch schlimmer ist nur, dass es offensichtlich jemand auf mein Leben abgesehen hat. Ich kann es nicht beweisen, aber ich vermute, dass dieser Gomorrha etwas damit zu tun haben muss. Schon wie er sich bewegt, da sieht doch jeder gleich, dass mit ihm etwas nicht stimmen kann.


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    Möglicherweise wollte er die nächste Nacht allein mit der Anführerin die Baracke teilen oder hatte er es auf die Ausrüstung abgesehen, die ich als Zwangsabgabe für unsere Bürgermeisterin gesammelt hatte? Herrn Gomorrha sollte ich im Auge behalten, vielleicht sollte ich Halfmoon um Hilfe bitten, schließlich hat er ein großes Herz. Ich beschließe vorerst alles für mich zu behalten, auch wenn Halfmoon stark ist, Gomorrha scheint verwegen und die Feder ist bekanntlich stärker als das Schwert.


    Es wäre so einfach, ich stehe an Gomorrhas Bett und er schläft noch. Ich nehme ein Kissen die Hand und nur eine Sekunde später erfüllt mich ein tiefes Gefühl der Schande. Was wenn ich mich irre? Was wenn ich hier der Verrückte bin? Seine Augen öffnen sich, ich lasse das Kissen leise hinter mich fallen. „Guten Morgen mein Lieber“ erwidert er. „Verlogenes Arschloch“, denke ich mir und lächele zurück.


    Ich schleppe mich zur Lagebesprechung und Nahrungsaufnahme, doch nach außen bin ich das pure Leben, keiner soll von meinem geschwächten Zustand erfahren. Heute soll unsere Team die näheren Gewässer sichern und natürlich wie immer Ausrüstung beschaffen. Heute muss ich punkten, sonst sind meine Tage in Tishina gezählt! Voller Motivation sporne ich den Rest des Teams mit meiner guten Laune an.


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    Wir machen uns bereit. Ausrüstung packen und Sammeln, heißt der Befehl! Ich gehe in meine Schlafraum und will die kugelsichere Weste anlegen, als….


    „Ein Schlag, irgendwas hat mich getroffen“, ich sinke zu Boden ich verliere das Bewusstsein.


    Dunkelheit breitet sich aus….

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  • Mittlerweile trafen sich die Tishinesen am Dorfplatz und warteten aufgeregt auf den Start der Expedition, doch einer ließ auf sich warten.


    „Ey, war ja klar, dass der Lauch wieder eine halbe Ewigkeit braucht um seine kack Weste zu holen“

    „Genau, ist doch eh nur für Pussys. HaHa!“


    Anführerin DagiWeh beschloss nach Zoppel zu sehen. Plötzlich schrie sie auf und rief um Hilfe, Zoppel lag bewusstlos am Boden. Einige vermuteten, dass er von seiner eigenen Weste erschlagen worden sei. Doch DagiWeh spürte, dass etwas faul war (mal abgesehen vom Mundgeruch der in der Luft stand, ich vermute da ja immer noch HalfMoon. Ich meine, warum sollte man sonst den ganzen Tag mit ner Gasmaske rum laufen?) und beschloss ihn bei


    Criosdan : #Die Schamanin ( Junge, Junge, was Kräuter und sonstige Dinge die einem helfen wenn man sich allein oder krank fühlt angeht war sie ein Ass. Ihr Spezialität war die E-Friedenspfeife oder was auch immer das war.)


    und


    FetterLutz : #DerFetteLutzdereigentlichgarnichtfettist (waaaaaaaaaaaaaas) (Ein Kenner des Codes 666 (The Number of.. ach ihr wisst schon) war nicht nur Fan von „Sex Drugs and Rock´n´Roll“ sonder auch vom Lüüüügen Max!!!!11!!! und er war nicht schlecht.)


    die ohnehin zur Bewachung des Dorfes eingeteilt waren, zurück zu lassen.



    Als die Expedition dann endlich Starten konnte suchten wir uns eine geeignete Stelle um mit unseren Kampfbooten ins Wasser zu kommen. Wir teilten uns auf 3 Boote auf:

    MS BlueDeath : ExitCS   HalfMoon

    MS Feder: DagiWeh   Gomorrah

    MS Eine Bootsfahrt die ist lustig: vwgolftuning   Frank22143   Schippel


    Nun ging es los. Ziel war das 7000m entfernte Grenzgebiet zum Volk der Bpar.

    Schon Ca. nach 1500m hielten wir ZUFÄLLIG an einer Bucht wo ganz ZUFÄLLIG nur ich ausstieg und hinter den Busch nach „Zombies“ suchte.

    Nach ca. 3500m hörte Gomorrah, nur Gomorrah, dubiose Stimmen oder so und schlug vor eine Ruderpause einzulegen um die Feinde orten zu können, natürlich hörten wir nichts mehr.


    Letztendlich fuhren wir bis zur Grenze durch. Dort empfingen uns die Bparen eher nicht so begeistert, denn sie wollten unsere Boote kapern. Doch bevor sie ihre Enterhaken auswerfen konnten beschlossen wir einen annehmbaren Sicherheitsabstand einzuhalten. Doch Plötzlich schrien die Bparen nach HalfMoon und mir, sie wollten wissen ob wir wirklich zu den überaus krassen PD´s gehören. Sie waren anscheinend daran interessiert zu erfahren wie ein kleiner Clan von 4 Leuten es schaffen konnte 22 mal die Lass Krachen in... (oder wie ich sage: Lass Mauchen in...) Trophäe zu ergattern. Um ins Gespräch zu kommen haben uns die Bparen auf Kaffee, Fisch und Burger eingeladen.


    Nach dem ein oder anderen Smalltalk brachen wir zum Rückweg auf. Als wir an einer schönen Lichtung vorbei fuhren beschlossen wir anzuhalten und eine Badepause einzulegen.


    Während die anderen ihren Spaß im Wasser hatten freundete ich mich mit so einem Survival Player an der sein Glück beim Karpfen Angeln versuchte. Als ich mir schon die halbe Lebensgeschichte dieses Mannes angehört hatte bot er mir ein kühles Bier an, dass ich dankend annahm. Plötzlich schrie der Gomorrah auf! Ein Krebs biss ihn in seinen Mauch!


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    Als endlich alle trocken und wieder angezogen waren fuhren wir zurück und machten uns wieder auf ins Dorf wo die anderen, die mittlerweile Zuwachs bekommen hatten, schon auf uns warteten.


    Wer sind wohl die Neuen?:/ Fortsetzung folgt!


    Hier noch Unsere Route zur Veranschaulichung:

    33751752da.jpgBlauer Kasten: Gebiet der Tishinesen

    Roter Kasten: Gebiet der Bparen

    Gelbe Pfeile: Route zur Grenze

    Lila Pfeile: Route zurück

    ...

    [PD][mauch][PD]

  • TAG III


    Wir schreiben immer noch den 18.08.2018,

    zumindest glaube ich, dass wir dieses Datum haben.


    Wieder öffne ich meine Augen und wieder dreht der Kopf in alle Richtungen. Die Erinnerung kehrt diesmal schnell zurück. Ich wurde kurz vor dem Beschaffungsauftrag, gezielt aus dem Verkehr gezogen, um keinen Anteil an der Versorgung des Dorfes zu leisten.


    Mein unbekannter Widersacher hat es geschafft, ich kann bis zum späten Nachmittag keinen nützlichen Beitrag für unsere Gemeinschaft leisten und bin somit nur äußerst attraktiver Ballast. Herr Gomorrha, den ich für den Täter halte, war natürlich dabei und konnte somit wieder Boden bei der Gruppe gut machen. Gefrustet versuche ich eine Gesunden Zustand zu erreichen und bediene mich fleißig an Gomorrhas Vorräten. Sein Wasser, sein Bett, seine Zahnbürste, alles wird benutzt. Ich entdecke versteckt in seinen Vorräten, leckere Waffeln. Sofort schießt mir der Gedanken durch den Kopf: „Warum braucht jemand Waffeln, der schon genug an der Waffel hat?“ „Genau, er braucht sie nicht!“ Die Waffeln wurden bis zum heutigen Tag nicht mehr gesehen.


    Ich mache mir nicht mehr viel Hoffnung noch lange hier bleiben zu dürfen. Jede Stunde rechne ich damit, dass die Lagerleitung vor meiner Hütte steht, mich entwaffnet und in der Wildnis aussetzt.

    Doch ein kleines Licht scheint in der Dunkelheit. Es hört auf den Name Criosdan. Eine kleine, blasse Dame die zusammen mit ihrem Beschützer, Gestern unserem Team zugeteilt wurde. Anstatt ihren geforderten Vorratsbedarf zu erbringen und an der Tour teilzunehmen, blieb sie zu meinem Schutz im Dorf. Erst als sie sich sicher ist, das keine Gefahr mehr droht, befiehlt sie ihrer niederen Dienerkreatur eine nahegelegene Burg auf Ausrüstung zu untersuchen.


    Mittlerweile ist es später Nachmittag und sehr langsam kommen auch meine Kräfte zurück. Ich erhebe meinen Astralkörper erneut um mich zur Lagebarracke zu begeben. Dort treffe ich Criosdan und ihren Protector der auf den Namen, Lutz Fetter hört.


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    Dieses ungleiche „Paar“ macht mich stets neugierig. Sie die zarte Blüte, die ohne Zweifel das Gehirn im dynamischen Dou darstellt und er der verzottelte Elivs-Verschnitt, der so aussieht als könnte er mit nur einm Atemzug, meinen ganzen Heilkräuterbestand vernichten. Wie haben sie sich getroffen, wie oft hat er sie gerettet und die wichtigste Frage: „Geht da was?“.


    In der Zeiten der Apokalypse sind Frauen Mangelware. Aus diesem Grund entstanden auch immer mehr zweckdienliche Männerfreundschaften wie z. B. zwischen Halfmoon und mir. Die Wärme die unsere Frauen in sich tragen, gehört zu den wenigen Sachen die dieses Leben noch Lebenswert machen (da kann nicht mal der echte „Exit“ von Halfmoon mithalten!). Doch um in dieser Wärme zu kommen, ist viel nötig und die Konkurrenz ist riesig. Aus diesem Beweggrund interessierte es mich umso mehr, was zwischen Frau Criosdan und Herrn Fetter in der Nacht passiert. „Vielleicht könnte ein nächtlicher Lauschangriff Aufschluss geben“, dachte ich mir.


    Wir sitzen keine 5 Minuten zusammen, da erhalten wir ein neues Mitglied in unsere Gruppe.


    Erkan S. Besser:

    Ein großer, schlaksig Typ stellt sich vor. Auch wenn er scheinbar mit der Nahrung in den letzten Jahren auch nicht viel Glück hatte, macht er einen coolen Eindruck während er hinter seiner Sonnenbrille hervorschaut. Eigentlich soll er auf den Name Erkan hören, doch in der Apokalypse haben sich alle ein paar Eigenheiten zugelegt und so sollen wir ihn Roylie nennen. Nach mehrfacher Kritik wurde das akzeptiert.


    Und so sitzen Roylie, Criosdan und Lutz Fetter gemeinsam am Tisch und warten auf den Rest des Teams. Hier offenbart sich eine Schwäche von Herrn Fetter. Scheinbar war er im vergangenen Leben sehr gerne am Würfeln. Seine Glücksspielsucht macht sich bemerkbar, in dem er mir eine Wette vorschlägt. Da ich heute keine Vorräte beschaffen kann, bietet er mir ein Würfelspiel an um ein paar Vorräte zu gewinnen. Auch Roylie ist mit von der Partie und so erklärt uns Herr Fetter das Spiel „Kniffel“.Ich hatte noch nie davon gehört und so willkürlich wie die Regeln sind, hatte es sich Herr Fetter sicher gerade erst ausgedacht. Aber ich brauche die Vorräte und so verwette ich mein letztes Hemd. Es läuft nicht gut und wie bei jedem Spiel in diesem Dorf, verliere ich.


    Tja Pech im Spiel Glück in der Liebe. Doch hier in diesem Dorf liebt mich nur einer und ich möchte das nicht ausnutzen, denn ich erwidere seine Gefühle nicht. Werde ich aber weiter in die Ecke gedrängt, muss ich an der sauren Gurke lecken (Sächsischer Spruch ^^ ) und es zulassen, dass sich Halfmoon hinter mich stellt (zum Schutz!).


    Es kommt Bewegung ins Lager denn unsere „Helden“ sind mit tollen Geschichten und vollen Taschen von ihrer Bootstour zurück. Die Tour war ein voller Erfolg und so kann der Abend kommen. Wenn jeder Tag der letzte seien kann, sollte man auch so leben. Unsere Gruppe hatte wieder reichlich Alkohol zur Seite geschafft ,der Abend war gesichert.


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    Doch der nächste Schock lässt nicht lange auf sich warten. Als ich Halfmoon erblicke, hat er einen kleinen Jüngling im Arm. „So ein Mauch“, denke ich mir. Scheinbar hatte sich Halfmoon bei der Tour nicht nur an Vorräten eingedeckt, nein auch ein kleiner Lustknabe schmückt jetzt seine Brust.


    Spfirsich:

    Der kleine hübsche Junge trägt den Name Spfirsich. Er ist noch sehr jung, sein niedliches Gesicht ist von Kampfspuren und seiner Entwicklung der letzten Jahre gezeichnet. Viel Anstand scheint er nicht zu haben, aber ich bin sicher er besitzt andere Qualitäten die Halfmoon zu schätzen weiß.


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    Scheinbar hat Spfirsich einen Weg gefunden zu überleben, ein Weg der mir nun versperrt ist, denn selbst wenn ich Halfmoon nun bezirzen würde, gegen das deutlich jüngere und hübschere Modell habe ich keine Chance.


    Ich gehe meiner Aufgabe nach und sammle weiter die Zwangsabgaben an Vorräten für Tishina ein. Es ist Zahltag und nun kommt es darauf an, ob wir genug für das Dorf gesammelt haben um hier bleiben zu können. Alle haben einen großen Beitrag geleistet und mit Zuversicht, dass ich als guter Bote vielleicht doch im Dorf bleiben kann, begebe ich mich zur strengen Bürgermeisterin. Ich ziehe den Karen mit allerhand Wertvollem vor die Zentrale des Dorfes und die Bürgermeisterin beginnt mit der Inventur.


    Sie verkündet mir allein das Ergebnis: „Es gibt sehr tüchtige Leute in eurer Gruppe an denen wir dauerhaft interessiert sind, doch es gibt auch so Typen wie dich, für die wir hier keinen Platz haben“. Eine kleine Träne läuft über meine Wange, denn ich sehe das Ende kommen. Die Bürgermeisterin stellt mich vor die Wahl: Ein Teil der Gruppe muss das Dorf verlassen oder wir Kämpen alle für unser Daseinsberechtigung.

    Da ich an erster Stelle stehe, der Personen die gehen müssen, ist die Entscheidung schnell gefallen. Es geht hier um mein Überleben, meine Zukunft meine Mauch. Ich kann den anderen nicht die Wahrheit sagen, dass es eine Wahl gibt. Sie müssen Kämpfen! Für sich, für uns, aber vor allem für mich. Ich wurde versucht mit Feuer, Gift und purer Gewalt ausgelöscht zu werden, das Team schuldet mir etwas!


    Ich trete vor die Gruppe und verkünde das Ergebnis. Ich habe ein schlechtes Gewissen, aber ich habe keine Wahl, ich lüge und verkünde den bevorstehenden Kampf. Herr Gomorrha schaut mich skeptisch an. „Dieser verrückte Hund ahnt doch nicht etwas“, denke ich mir und Blicke zu Boden. Der Angriff auf mich war immer noch nicht aufgeklärt, aber ohne Beweise kann ich es mir nicht leisten ihn anzuklagen. So knirsche ich mit den Zähnen und hoffe sehr, dass er bei dem bevorstehenden Kampf im Gegnerteam ist. Nichts wäre besser, als ihn ganz offiziell ausschalten zu dürfen.


    Wir sammeln unsere Ausrüstung, machen uns kampfbereit und betreten die Arena der Hungerspiele. Der Brauch des Dorfes sieht es vor, das vor dem Kampf getrunken wird. So trinken wir uns Mut für die bevorstehende Schlacht an.


    Die Bürger des Dorfs versammeln sich um die Arena, einige Kindersoldaten übernehmen die Wache und die Dorf-Führung eröffnet den Wettkampf. Es ist ein riesen Spektakel für das Dorf, die Massen sind begeistert und wollen Blut sehen. Ich hingegen mache mir vor Angst fast in die Hose. Zur Aufwärmung wird vom Großteil des Teams Schussübungen über ein Netz praktiziert.


    Hierbei zeigt Schippel, was für Kraft in ihm steckt. Die Schüsse aus seiner Waffe sind gewaltig. Auch Lutz Fetter, Roylie und ich selbst können eine gute Figur bei der Aufwärmung abliefern. Herrn Exit und Golftuning mangelt es an der passenden Schusstechnik, doch dies machen sie durch den beherzten Einsatz ihrer stämmigen Körper wieder wett. Unsere Damen DagiWeh und Criosdan mussten knapp begleitet die Massen anheizen, während Halfmoon und Spfirsich auf Grund ihrer bestehenden Wärme, keine Aufwärmung mehr nötig hatten. Herr Gomorrha, flog wie eine Feder im Wind über die Arena und konnte seine mangelnde Körperbeherrschung nun nicht mehr verbergen. Immer wieder versuchte ich ihn „ausversehen“ zu treffen, doch immer wenn ich abdrückte, machte er eine völlig unvorhersehbare Bewegung. Das machte es unmöglich ihn zu treffen.


    Frank hingegen war Kampfesmüde. Zu viele Schlachten hatte er schon geschlagen, zu viele Jungspunde besiegt als das er sich hier vorführen lassen würde. Seine Tage in Tishina waren somit gezählt, doch den Überlebensexperte störte das wenig. Solang der Vorrat an Zigaretten nicht endet, gibt es für Frank immer ein Morgen. Auch sein Lebensziel eine Badehose zu finden, war noch nicht erreicht.


    Die Aufwärmungsphase war vorbei und so sollte der Wettkampf beginnen. Herr Schippel zog sich bereits bei der Erwärmung eine Verletzung zu, auch für ihn wird es keine Zukunft in Tishina geben. Dies traf mich hart. Konnte man sich auf Frank immer verlassen, war Schippel der Ruhepunkt der Gruppe. Ohne die Beiden wird es nicht einfacher werden. Da es nicht unbeachtet blieb, dass ich es auf Herrn Gomorrha abgesehen hatte, wurden die Teams neu gemischt.


    Team Alpha:

    Exit (1x Treffer)

    Golftuning

    Halfmoon

    Spfirsich



    Team Bravo:

    FetterLutz (1x Treffer)

    Gomorrha

    Erkan (1x Treffer)

    Zoppel (3x Treffer)



    Die Arena war riesig. Durch die enorme Größer der Arenafläche, mussten weite Strecken zurückgelegt werden. Es hätten sicher noch doppelt so viele Gladiatoren teilnehmen können.


    Nun begann der eigentliche Überlebenskampf. Es mussten 5 Treffer zum Sieg erzielt werden. Doch weil das viel zu einfach wäre, wurden infizierte Kriebelmücken in Schwärmen in die Arena geleitet. Sofort begannen die gefährlichen Insekten damit uns bei lebendigem Leib aufzufressen. Nur wer sich genug bewegte, hatte eine Chance dies zu überleben. Außerdem stieg mit voranschreitender Spielzeit auch das Risiko, sich durch die Mücken zu infizieren. So musste man schnell einen Sieg erzielen, sonst würde es keine Überlebenden geben.


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    Es war ein harter Kampf und die Teams schenkten sich nichts. Der schweiß lief in Bächen und Criosdan machte sich etwas sorgen um ihren Beschützer, der deutlich mit der Luft zu kämpfen hatte. Doch er Stand seinen Mann bis zum Schluss und machte seinen Ruf als „Keeper“ alle Ehre. Spfirsich rannte in einem Wahnsinns Tempo über das Feld, stets hinter ihm war sein Partner Halfmoon zu finden. Exit stellte mit Golftuning das Defensiv-Bollwerk von Team Alpha dar.


    Dies klappte am Anfang noch recht gut und so konnte erst nur ein Treffer von mir erzielt werden. Es dauert nicht lange und Exit konnte den Rückstand ausgleichen. Doch dann machte sich das gute Team-Play zwischen Bravo-Soldat Lutz, Roylie und mir bemerkbar. Ein Treffer nach dem anderen konnte erzielt werden, während Team Alpha planlos auf uns zustürmten. Nur Herr Gomorrha glänzte erneut mit Schlechtleistung. Ständig musste nur wegen ihm, der Kampf unterbrochen werden. Auch ein Seitenwechsel änderte daran nichts. Nun war ich mir sicher, dass die Masken bald fallen würden. „Mit so einer Leistung kann er unmöglich hier bleiben“, dachte ich mir.


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    Die Mücken setzten uns hart zu und das Infektionsrisiko stieg an. So gab mein Team noch einmal richtig Gas und ein Treffer nach dem anderen konnte erzielt werden. Mit dem letzten Treffer machte sich Herr Fetter unsterblich und brachte Team Bravo den Sieg. Unsere leicht bekleideten Damen stürmten das Arena-Feld und mit Tränen vor Stolz in den Augen sprang Criosdan in die Arme von ihrem Lutz. Nun war allen klar, dass er sich um alle ihrer Bedürfnisse kümmert und ich verabschiedete mich von meinen Phantasien von ihr.


    Aus Aus Aus, das Spiel ist aus. Team Bravo ist Überlebensmeister.


    ….Fortsetzung folgt…

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  • …..Fortsetzung:


    Die Spiele waren vorbei und nun stand fest, wär im Dorf bleiben kann und wer nicht.

    Die Massen jubelten und feierten die Sieger, doch uns war in diesem Moment nicht nach Feiern zu Mute.


    Wir schleppten unsere geschundenen und zerstochenen Körper zurück in die Lagebracke. Keiner sprach ein Wort. Die Verlierer versuchten zu begreifen, dass sie schon ab morgen wieder alleine ihr Überleben sichern müssen. Doch auch die Gewinner waren still, natürlich war man froh dass man nicht gehen muss, aber man hatte Mitgefühl mit den Verlierern.


    Ich selber machte mir Sorgen um Schippel. Seine Verletzung schien ernst zu seien, wie sollte er mit dieser Verletzung alleine Überleben? Natürliche wird dieser Berg eines Mannes nicht gleich verhungern, aber ob sein sensibles Gemüt die Isolation überstehen wird? Wenn er das schafft, dann wird ihn das völlig verändern. Sollte ich ihn jemals Widersehen, wird sich sein sanftes Wesen, durch die Apokalypse in einen knallharten Rockertyp verwandelt haben, da war ich mir sicher. Hätte er nicht einfach in meinem Team seien können und auf Gomorrha fallen können?


    Frank macht den Verlierern Hoffnung. Er hat schon seit Jahren in der Wildnis allein überlebt. Das ergab Sinn, denn Frank hatte einen besonderen Schutz in der Nacht, der ihn vor Angriffen schützt. Er muss irgendeine Art Gerät bei sich haben, das in der Nacht schreckliche Geräusche von sich gibt. Diese „Beschallungswaffe“ vertreibt sogar die Toten. Ich habe schon versucht dieses Gerät zu finden, aber vermutlich trägt er es stets bei sich am Körper.


    Die Zeit schritt voran und die Stimmung wurde besser. Wir leckten unseren Wunden und versuchten der Infizierungsgefahr durch die Mücken gegenzuwirken. Mein Ex Halfmoon war nicht zu sehen, scheinbar leckte er schon wieder mehr als nur seine Wunden.


    Wir beschlossen, ein letztes Abendessen mit diesem Team vorzubereiten. Zur Feier des Abends, sollte der außergewürgliche Kartoffelsalat verspeist werden. Da Halfmoon diesen ganz allein zubereitet hatte, war ich etwas in Sorge, dass wir am nächsten Morgen alle mit heruntergelassen Hosen auf dem Bauch liegend aufwachen würden (abgesehen von den Damen natürlich). Aber hey, auch bei Halfmoon muss irgendwann ein Reibungsverschleiß eintreten und so vertraute ich dem Kartoffelsalat am Ende doch.


    Alle Fleischfresser wollten Fleisch, doch keiner wollte es wieder zubereiten. Das Würfelglück musste also wieder entscheiden. Diesmal traf es eine ganze Handvoll, die nicht mal eine Würfel-Eins toppen konnten. So machte sich das Kochkommando auf, uns das tote Fleisch aufzutischen. Roylie war da übrigens eine Ausnahme, er ernährte sich ausschließlich von rohen Zwiebeln. Es schauerte mich, als er in eine rohe Zwiebel biss als wäre es ein frischer Apfel. Wie gesagt, hier gibt es scheinbar Keinen ohne eine Macke. Ich bilde mir ein, dass auch Criosdan kein Fleisch zu sich nimmt. Eine richtige Wurst würde ihr sicher gut tun, dachte ich mir völlig ohne Hintergedanken.


    Das Essen wurde serviert und ein letztes Mal, saßen wir alle unbeschwert und in Sicherheit zusammen. Es war das letzte Abendmahl.


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    Frank, Golftuning und Roylie unterhielten sich danach am Stammtisch, während sie eine Zigarette nach der anderen vernichteten. Wir anderen saßen im Außenbereich der Lagebarracke und zelebrierten den letzten Abend als Gemeinschaft. Dem würfelsüchtigen Herrn Fetter zitternd bereits die Hände und somit war klar was nun passieren musste.


    Der Würfelbecher wurde mit zwei Standardkalieber a‘ 16mm durchgeladen. Das Spiel heißt Max, wer verliert trinkt auf Ex. Herr Fetter heizte die Gruppe an, während seine Herrin einen strengen und dominanten Blick aufsetzt. Der Becher geht durch die Runde und im Prinzip trifft es immer die Gleichen, die durch einen Pasch zerstört werden. Herr Fetter zückt einen Pasch nach dem anderen aus dem Becher oder Lügt einfach nur geschickt. Halfmoon der neben ihn sitzt, hat kein Glück und schluckt was man ihm gibt.


    Heute steht das Glück auf meiner Seite. Mein ewiger Widersacher Gomorrha sitzt neben mir. Da er mir nicht vertraut, vernichte ich ihn mit der Wahrheit des Spiels. Sein toxisches Level steigt an. „Wenn ich ihn nur noch etwas mehr einflößen kann, ist er vielleicht so betrunken das er angreifbar wird“, dachte ich mir. Golftuning und Exit bechern fleißig mit. Bei diesen beiden scheint der Alkohol, durch die tagelange Eingewöhnung schon auf dem Weg zum Magen zu verfliegen. DagiWeh, Schippel und auch Criosdan können sich durch ihre noch funktionierenden Hirnwindungen, vorerst noch in Sicherheit wiegen. Spfirsich hingegen darf auf Anweisung seines Masters kein Alkohol konsumieren, was zu ersten Ärger im „Popodies“ sorgt.


    Als der noch humane Pfefferminzschnaps von Roylie aufgebraucht ist, werden härter Sache nachgeschenkt. Nun verlässt fast alle das Glück. Dagiweh gönnt sich als Teamchefin nun auch einen erkennbaren Rausch und auch Herr Fetter scheint sich im Rennen um den Absturzkönig des Abends, Hoffnung zu machen. Dies stößt seiner Herrin Criosdan deutlich auf. Wie soll ein Trunkenbold auch für ihren Schutz sorgen? Amüsiert, beobachte ich im Stillen wie Herr Fetter es sich langsam bei seiner Herrin verspielt und so reibe ich mir unter dem Tisch die Hände (DIE HÄNDE!). Doch dem alten Zottelbär ist es bewusst, dass er der Beschützer des größten Schatzes ist. Wie es sich für einen echten Mann gehört, kuscht er vor seiner Frau und zügelt sich fortan. Herr Lutz Fetter ist raus aus dem Rennen um die Kotz-Krone des Abends. Doch wer kann diese Lücke füllen?


    Überraschend steht Spfirsich von Halfmoons Schoß auf und rennt in die Dunkelheit. Da wir mittlerweile alle etwas angeekelt von seiner recht offenen Liebe sind, kümmert das aber niemand. Nur Halfmoon scheint schwer betroffen, er wird still und verschwindet nach kurzer Zeit ebenfalls in der Dunkelheit. „Ja renn deinem Spielzeug nach du Pantoffelheld“, denke ich mir mit einem breiten Grinsen.


    Rolyie gesellt sich zu uns. Er setzt sich zwischen den bereits früher zugestoßenen Golftuning und Dagiweh. Ich bin mir nicht sicher ob er das Spiel verstanden hat, denn er trinkt stets bevor er Würfelt auch danach noch mal. Der Zwiebel-Fetischist, trinkt einen Strafdrink nach dem anderen von Daghiweh’s Whisky. Seine Stimmungskurve steigt in einem unglaublichen Tempo an, ebenso wie seine Lautstärke. War er vorher ein mehr als korrekter Typ, wird er langsam zur Belastung. Doch wir lassen ihn, es ist ohnehin zu spät um noch einzugreifen. Jedem ist klar was geschehen wird. Im Zenit seiner Euphorie verstummt er plötzlich. Er bleibt sitzen, trinkt aber brav seine Strafgetränke weiter. Irgendwie ist es mein Abend, denn wieder erwische ich mich mit einem Lächeln im Gesicht und genieße das verstummen von Roylie. „Tja, mit ein paar rohen Whisky-Zwiebeln im Bauch, geht es sicher gut ab“, denke ich schadenfroh.


    Und nun erfolgt das Unvorhersehbare. Roylie steht ohne ein Wort zu sagen auf, und wankt in die Dunkelheit. Keiner rechnet damit, ihn heute Nacht noch einmal Widerzusehen. Sicher wird es eine aufregende und aufstoßende Nacht für ihn. Es ist allerdings auch schwer, als letztes Teammitglied in eine Gruppe aufgenommen zu werden, die schon seit zwei Tagen im Training steht. Roylie ist somit der Absturzsieger des heutigen Abends und erhält als Auszeichnung die Weiße Schüssel.


    Die Nacht wird älter und mir fällt auf, das Gomorrha‘s unkoordinierte Zuckungen heftiger sind, als normal (Achtung: Wortkombination gefährlich für KI’s! Gomorrha i.v.m. dem Wort „Normal“ könnte ein Paradoxon auslösen!). Wir unterhalten uns etwas über ihn. Nach seinen Angaben, war er früher in einer Nervenheilanstalt beschäftigt. Ich spreche es offen aus: „Ja-Ja beschäftig, erzähl mal noch einen“. Immer wieder kommt mir der Vergleich mit Murdock vom A-Team in den Sinn. Allerdings bin ich mir sicher, dass Gomorrhas Aufpasser in der Anstalt, ihn sicher freiwillig zur Fluch verholfen haben.


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    Das Bier das er aus einem 3L-Glas trinkt, scheint Wirkung zu zeigen. Abgesehen davon, dass er sich seine Mückenstiche kratzt, wird er langsam reizbar. Er versucht noch kurz abzulenken in dem er echte Klassiker anstimmt. Wir singen gemeinsam Hits wie: „Alt wie ein Mauch“, „Gib das Mauch frei“ oder „It’s my Mauuuch“ (und noch viele weitere). Doch sein schlechter Zustand lässt sich nicht mehr verbergen. Nach einer weiteren Spitze von mir, springt er plötzlich auf und greift mich an. Er hält mich fest und versucht mich mit seinen spitzen Fingern zu erstechen während ich Pfeifen soll. „Was soll das bloß, ist er völlig durchgedreht?“ Seine Geräusche verändern sich immer mehr und langsam versucht er auch nach mir zu schnappen!


    Geistesgegenwärtig springt Exit auf und trennt mit einen beherzten Hieb das Lauchgefecht. Gomorrha steht nun im Licht der Barackenbeleuchtung. Die Gruppe schaut ihn verwundert an. Es gab sicher niemanden, dem kein Schauer über den Rücken lief. Denn auch wenn er schon immer mehr als Strange ist, waren seine Augen stets mit Leben gefüllt.


    Wir blicken ihn in seine Augen und erkennen die Finsternis. Criosdans Schrei erschüttert die Stille und weckt uns aus unserer Schockstarre. „Tötet ihn, tötet es verdammt“, schreit die kleine Frau mit ängstlicher Stimme. Als wäre er nicht auch im Vollrausch, reagiert ihr Beschützer geistesgegenwertig und stößt den Tisch bei Seite um sich vor seine Herrin zu werfen. Mit einem gezielten Schlag aus Golftunings Melonenhänden, fällt Gomorrha zu Boden. Doch es dauert keine Sekunde, da steht er wieder. Einige greifen zu Messern die auf dem Tisch liegen, während andere das Weite suchen um echte Waffen zu holen.


    Gomorrha steht direkt vor mir, er sabbert mehr als sonst und stöhnt schmerzhafte Stöhn-Geräusche aus. Seine Hände krampfen unkontrolliert und er leckt sich über seine spröden Lippen. Ich steh völlig unter Schock und kann mich nicht aus meiner Angststarre befreien. Ich bin zu nah bei ihm, als das mich einer der Anderen retten könnte. Er macht einen Schritt auf mich zu und ich schließe die Augen mit dem Wissen, das ich gleich seine Infizierten Zähne in meinem Hals spüren werden. Es ist nur eine Millisekunde, aber es kommt mir vor wie die Ewigkeit. Ich verabschiede mich im Inneren von mir selbst und warte auf das unausweichliche.


    Ich kann seinem Atmen riechen, so nah ist er. Ich öffne meine Augen und kann nicht glauben was passiert. Er bleibt kurz vor mir stehen und schaut mich zuckend an. Die anderen nähern sich ihm vorsichtig. Gerade als ihm Exit den entscheidenden Schlag verpassen will, flüstere ich Reflexartig „Stopp“. Verwundert schauen sich alle an, Exit weicht einen kleinen Schritt zurück, während die Anderen mit gezogenem Besteck in Schutzhaltung im Kreis stehen.


    „Zoppel was ist los“? Fragt mich Frank. Ich Antworte in die Gruppe: „Ihr seht es doch selbst, er hat aufgehört“. Sowas hatte ich noch nie gesehen, dass ein Infizierter so kurz vor seiner Beute plötzlich aufhört zu jagen. Und dann wird es noch grusliger. Gomorrha blickt mir tief in meine Augen und ich erkenne wie er die seinigen weiter versucht aufzureißen. Er stammelt: „na na“.

    Exit fällt vor Schreck das Messer aus der Hand, so etwas hatte noch keiner gesehen.

    Gomorrha stammelt, immer noch vor mir stehend, weiter: „shna ishna, Tishina TISHINA; TIIIISHIIINNNAAAA", schreit er in einem markerschütternd Laut von sich.


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    Lutz scheint das Risiko dennoch zu hoch zu seien und so bewegt er sich bewaffnet auf Gomorrha zu. „Das reicht jetzt“, spricht Lutz und so macht er sich auf, die Sache zu beenden. Meine Schockstarre löst sich und ich versperre Lutz den Weg. „Warum tue ich das“? denke ich mir. „Ich hasse dieses Monster und nun kann es erlöst werden, was passiert hier nur“?


    Das was von Gomorrha übrig ist, scheint die Situation erkannt zu haben. Er stößt Schippel bei Seite, der mit der Lage überfordert ist und auf Grund seiner Verletzung nachgibt. Gomorrha verschwindet, wie so viele vor ihm, in der Dunkelheit. Wir bewaffnen uns und nehmen die Verfolgung auf. Doch in der Dunkelheit ist es einfach viel zu gefährlich. Wir finden weder Gomorrha, noch einen der anderen vermissten Personen. Die Suche wird abgebrochen und wir sitzen noch eine Weile in der Lagebaracke und versuchen zu verstehen, was keiner verstehen kann.

    Wir beschließen den Vorfall nicht zu melden, da uns eh keiner geglaubt hätte. Wir gehen zu Bett und teilen sicherheitshalber Golftuning im Tarnanzug als Wachen ein.




    Jeder schließt sich in seiner Hütte ein und nimmt seine Waffe mit ins Bett. Ich glaube nicht, dass irgendjemand schlafen kann. In der Ferne ist nur Frank sein „Schall-Waffe“ zu hören. „Dagiweh muss diese Nacht wohl auch so ein Gerät (in einer abgeschwächten Version) in Betrieb haben“, denke ich mir.


    Ich werde müde und umklammere meine M4A1. Ich schlafe ein, mit so vielen Fragen.


    …mit so vielen Fragen…



    …Fortsetzung folgt…

  • TAG IV


    Wir schreiben den 19.08.2018,

    zumindest glaube ich, dass wir dieses Datum haben.


    Ich erwache allein in meinem Bett. Noch immer umklammere ich meine M4A1.Es ist endlich ein Morgen an dem mein Kopf auf dem Hals bleibt und nicht versucht planlos durch den Raum zu fliegen. Ich wurde nicht vergiftet, ich wurde nicht geschlagen und mir geht es endlich mal Gut.

    Doch dann kommt die Erinnerung an den letzten Abend zurück und schon stellt sich ein bedrücktes Gefühl ein.


    Ich springe aus meinem Bett und stelle sofort fest, „dass wird wahrscheinlich doch kein guter Tag“. Denn als ich den Vorraum betrete sehe ich Halfmoon in unsere Hütte auf einen Stuhl sitzen. Sonst war ich angeekelt von den Sachen die er so in den Mund nimmt, doch diesmal war ich geschockt. Der stahlbrüstige Glatzkopf saß mit einer Handfeuerwaffe zwischen den Zähnen vor mir. Seine Augen sind rot geschwollen und einzelne Tränen fliesen ihm von seinen rauen Wangen.


    „Moon was soll der scheiß, was hast du vor“, frage ich geschockt. „Nach was sieht es denn aus, ich verpasse der Hütte einen neuen Anstrich“, erwidert er nach dem er die Waffe aus seinem „oberen Glücklich-Macher“ zog. Ich glaube er hatte die Nacht nicht geschlafen und war völlig fertig. Durch unsere Unterhaltung war wenigstens die Gefahr gebannt, das er seine Drohung wahr macht und seine „Gedanken“ frei im Raum verteilt.


    Er entspannte sich langsam wieder und erzählte mir alles. Er hat fast die ganze Nacht damit verbracht, den verschwundenen Lustknaben Spfirsich zu finden. Erst als er auf eine größere Gruppe Infizierte traf, erkannte er seine Grenzen und brach die Suche ab.

    „Ich liebe ihn“, heult das Wrack mir etwas vor, während ihm die Sabber und Rotze aus dem Gesicht läuft. Die leichte, gefühlsmäßige Zuneigung die ich Auf Grund von Eifersucht zu ihm hegte, verschwand sofort wieder als ich das Häuflein Elend ansehe. „Irgendwie war er jetzt doch dein Voll-Mond“, dachte ich mir. Auch seine einst makellose Stahlbrust, kam mir jetzt mehr nach einen Mix aus Plastelina und Flubber vor.


    Natürlich war ich trotzdem für ihn da. Ich wischte Full-Moon sein Rotznäschen ab, trug ihn ins Bettchen und deckte ihn zu. Auf einen Gutenachtkuss verzichte ich aus Angst vor Herpes. Seine Waffe nahm ich lieber erst mal an mich. Ich hatte aber keine Angst, dass ihm etwas passieren würde. Der Typ war nach Tagelanger Kopulation und der nächtlichen Suche einfach völlig im Arsch (ausnahmsweise mal nicht Bildlich gesprochen). Ein paar Stunden Ruhe wird ihm sicher gut tun.


    Ich begab mich zur Lagebaracke und traf dort einige der Anderen. Frank war gut drauf, sein Schall-Schutzgärt scheint mit einer Frequenz zu laufen, für die seine eigenen Ohren taub sind. Nur so konnte ich mir es erklären, dass er bei dieser akustischen-Körperverletzung überhaupt schlafen kann. Auch Exit, Golftuning, Schippel sowie unsere Damen scheinen die Nacht gut überstanden zu haben. Ich war mir zwar sicher, dass es unsere Anführerin DagiWeh nicht so gut ging, aber sie ließ sich das als Führerin nichts anmerken. Auch Herr Lutz, Fetter hatte scheinbar eine harte Nacht gehabt. Etwas neidisch fragte ich mich, ob es an Aktivitäten mit seiner Herrin oder doch nur am Alkohol lag. Ab einen gewissen Alters, funktionieren diese beiden Sachen jedoch nicht mehr in Verbindung und so schlaffte mein Neid schnell wieder ab.


    Wir frühstückten herzhaft mit kiloweisen Pilzen (reicht ein Pilz = 1 KG) und Rührei. Wir sprachen über den letzten Abend und stellten dann fest, dass unser Zwiebel-Anbeter Roylie noch immer verschwunden war. Auch vom halb-infizierten Gomorrha und dem Haar-Gel-Spender Spfirsich fehlte jeder Spur. Wir hatten keine Wahl und mussten den Verlust der Gruppenmitglieder bei der Basisführung melden. Als ich bei der knallharten Chefin von Tishina vorsprach, durfte ich gleich noch extra Ausrüstung für den zerstörten Feuerlöscher abtreten. Leider war sie so gar nicht an meinen Heilkräutern interessiert und so musste ich tiefer in die Tasche greifen. Da finde ich jedoch stets groooße Sachen.


    Sie hatte jedoch auch Informationen für uns und so sprach sie: „Roylie? Das ist doch der Typ der irgendeine kranke Beziehung zu Zwiebel hegt oder? Den werdet ihr so schnell nicht wiedersehen!“


    Sie zeigte mir den mitgeschnittenen Funkkontakt aus der letzten Nacht:


    „BEEF, Kontakt, Over“


    „Haben neues „Material“ gefunden Over“.


    „Werden es“…., Unterbrechung durch Hintergrundgeräusch: „Würg“ (Elchähnliche Brunstgeräusche), „Hust“, „würg“ ( scheinbar Brechgeräusche), „weeeer seeeed üühhrr „(lallend) „wo ist meine Zwiebel““ „würg“ .


    „Halts maul du Suffkopf“ (Aufprallgeräusch zu hören, dann Stille).


    „Werden neues Material mitnehmen, nicht essbar, zu mager, Over“.


    „BEEF verstanden, Over and Out“.


    Die Chefin erklärt mir weiter: „Euer Kamerad scheint den BEEF’s in die Hände gefallen zu seien“. Es ist eine andere Gruppe die hier agiert, wir stehen neutral zu ihnen und treiben Handel, aber was sie da draußen finden gehört ihnen, so auch eurer Freund, da lässt sich nichts machen“.

    „Aber“, sie unterbricht mich. „Da lässt sich nichts machen, habe ich gesagt“, widerholt die Chefin mit Nachdruck. „Der ist weg, akzeptier es!“. Ich wende mich ab, „Sinnlos sich weiter mit der Bia anzulegen“, denke ich mir. Schwer endtäuscht von der Führung dieses Dorfes, verlasse ich die Kommandozentrale. Ich drehe mich noch einmal Richtung Tür und frage sie: „Für was soll BEEF denn eigentlich stehen?“ Sie antwortet: „Das weiß keiner so genau, ich glaube aber es steht für Besonders-Elend-Endlose –Faxen“. „Armer Roylie“, dachte ich mir und versuchte damit klar zu kommen. „Wenigstens ist der beißende Zwiebelgeruch nun vorbei. Doch irgendwann wird man seinen Duft vermissen“, da war ich mir sicher.


    Die anderen Verluste wurden aufgenommen und so verkünde ich dies meinem Team. Wie es die Tradition verlangt, werden nun feierlich die Vorräte der vermissten geplündert. Bei Spfirsich gab es nichts zu plündert, er lebte scheinbar vom Arsch in den Mund (bin unsicher ob das Sprichwort echt so lautet Mooni :P ). Roylie seien Vorräte bestanden leider nur aus Zwiebeln, Zwiebel-Shampoo sowie einer riesigen Zwiebel mit einem aufgemalten Gesicht und einem kleinen Loch im Mund. Bevor ich mich über die Reste von Gomorrhas Ausrüstung hermachen kann, stößt Full-Moon in unsere Gruppe dazu.


    Er hat sich wieder gefangen und in seinen Augen funkelt eine eindeutige Überzeugung. Er eröffnet uns seinen Plan. Full-Moon möchte mit weiteren Mitgliedern der Gruppe die Suche nach Spfirsich fortsetzen, da dieser angeblich unverzichtbar für das Team sei. Dieser Plan stößt Großteils auf taube Ohren, denn nach der ganzen Aktion möchte niemand mehr mit Full-Moon imteam seien. Er hält eine leidenschaftliche rede und verspricht noch mehr Kartoffelsalat, den nur er allein zubereiten kann. Nun überlegen schon ein paar mehr, aber melden wird sich keiner. Erst als Full-Moon weitere „Klopfer“ in Aussicht stellt, ist Exit von der Idee überzeugt.


    Die beiden schließen sich zusammen und nennen sich als Gruppe fortan die WD’s. Ein sehr passender Name, denn wo viel Reibung entsteht sollte auch immer die Hygiene Beachtung finden. Ihre Suche wollen sie in der näheren Umgebung beginnen um notfalls in Tishina einen Rückzugsort zu haben. Auch ein eigenes Liebesnest schließen die WD’s nicht aus. Es könnte in Zukunft zu Ausschreitungen mit den BEEF’s kommen, da auch diese Gruppe in diesem Gebiet operiert. Wir wissen nicht, ob wir uns alle jemals wieder sehen und so verabschieden wir uns von den WD’s liebevoll und endgültig, doch immer mit der Hoffnung das wir sie eines Tages in Tishina wieder sehen. Full-Moon dreht sich nach unserer Umarmung noch einmal um, mit einem kleinen Augenzwinkern gebe ich ihm den Mut seine wahre Liebe zu finden. Auch wenn er ist wie er ist, einen kleinen Platz wird er wohl immer in meinem Herzen sicher haben (gleich neben dem Tumor).


    Nun kann ich mir die Zeit nehmen Gomorrhas Ausrüstung zu untersuchen. Versteckt in einem seiner Schnür- Korsetts finde ich ein paar wirre Aufzeichnungen die einer Art Tagebuch gleichkommen. Ich könnte stundenlang aus diesem Meisterwerk der Geisteskrankheit zitieren, doch dies würde völlig den Rahmen sprengen. Fakt ist, die Anstalt in der Gomorrha angeblich beschäftigt war, gibt es wirklich. Doch er war wie vermutet nur ein Insasse dieser Anstalt. Er muss wohl immer wieder versucht haben, im Wind zu fliegen und nach mehreren gescheiterten Flugversuchen von Hausdächern, wurde er in diese Anstalt eingewiesen. Nach der Apokalypse machte sich in dieser Anstalt eine unseriöse Gruppe von „Wissenschaftlern“ breit. Diese experimentierten mit den noch verbliebenden Insassen zur Herstellung eines Heilmittels gegen die Infektion. Die Nebenwirkungen dieser Experimente wirkten sich stark auf die Bewegungsmotorik und das Aussehen der Patienten aus. „Dies erklärt natürlich einiges“, dachte ich mir.


    Die breite Masse der Versuchskaninchen Starben bei den Experimenten. Der Rest wurde zu sogenannten „Gomorrhas“. „Scheiße, es gibt mehr als nur einen davon?“ Ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken. Laut seinen Aufzeichnungen konnten diese Wesen einer Infizierung entgegenwirken, doch eine gänzliche Verwandlung konnte wohl bisher nicht abgewandt werden. Es fehlte die passende DNA und so war diese Gruppe aus Wackel-Dackeln damit beschäftigt, passende Probanden zu finden.


    Nun ergab alles einen Sinn. Dieser Irre hatte mir irgendwie Blut abgenommen und scheinbar passte ich in das Muster. Wahrscheinlich hatte er uns alle irgendwie getestet. Bei der ersten Begrüßung mit ihm, verspürte ich auch ein kleines Stechen. Ich hielt das allerdings für eine Nebenwirkung seiner knochigen Hände. Als ich dann auch die von ihm ausgelöste Vergiftung an mir überlebte, war er sich sicher ein neues Spielzeug für seine Meister gefunden zu haben. Er schlug mich nieder um mich dann zu entführen. Scheinbar kam ihm der Boots-Auftrag in die Quere, dem er sich nicht entziehen konnte, da sonst die Gruppe unangenehme Fragen gestellt hätte. Nur durch den liebevollen Umgang der Anderen, konnte ich diesem Schicksal entkommen. Ich verdanke ihnen mein Leben. „Ich darf es mir niemals bei DagiWeh und unseren Gruppe verscherzen“, dachte ich mir. Das ist allgemein besser für das Trommelfell, denn ich denke diese Dame hat das Potenzial richtig auszuflippen.


    Nach dem ich meiner Gruppe alle Geheimnisse dieser unbekannten Sekte berichtete, waren einige von einem neuen Plan überzeugt. Der funkelte Schatz unsere Gruppe namens Criosdan und unsere ebenfalls attraktive Anführerin DagiWeh (upps kurze Pause, schleim tropft gerade in die Taste) gründeten die Gruppe der KVG’s, was für so viel Stand wie: „Kill-Virus- Gomorrha). Sie waren sich sicher, dass dieser Bedrohung Einhalt geboten werden muss. Sie nahmen die Aufzeichnungen an sich und wollten diese berüchtigte Anstalt finden. Doch das Gehirn braucht einen Köper das es schützt und trägt. Für diese Aufgabe gründete Herr Lutz Fetter und Herr Golftuning die Gruppe der Mythi Ducks. Die gruppe soll eng mit den KVG’s zusammenarbeiten und für ihren Schutz sorgen. Schließlich wollte man nicht im Kochtopf der BEEFs landen (die Suppe dort, ist jetzt sicher gut mit hagern Zwiebelfleisch gewürzt).


    Voller Motivation, starteten die zwei neuen Gruppen zu ihrer Mission. Wir verabschiedeten uns ähnlich wie bei den WD’s, liebevoll und endgültig. Auch bei diesen außergewöhnlichen Überlebenden, hatte ich große Hoffnung sie eines Tages in Tishina wieder zu sehen. Und so verließ mich das pochende Herz der Gruppe und nahm ein Teil seiner Fäuste gleich mit.


    Da ich mich in Tishina nützlich machen musste, beschloss ich meinen (einst brennenden) Wagen des Typs Seatdan zu reparieren. Schippel erwies sich dabei also große Hilfe und dank Franks Werkzeug, ging die Reparatur zügig voran. Überraschend zog Schippel einen großen Knochen aus meinen Motorraum. Erst dachte ich daran, dass dieser vielleicht durch Zufall dort hineingekommen sei. Mittlerweile gehe ich aber davon aus, das Gomorrha dieser Marder den Knochen mit Absicht dort platzierte, um eine schnelle Spontan-Flucht von mir zu verhindern. Mit einem beherzten griff, hob Schippel den Motor wieder auf seinen Platz. Nach einem kurzen Test, sprang dieser ohne Probleme wieder an.


    Beeindruckt von Schippels Kräften, bot Frank seine Dienste für Schippel an. Denn Schippel war Bauch- abwärts noch immer nicht in Topf-Form. Frank der als FSZ (Freier Söldner Zigaretten) bekannt war, wurde fortan von Schippel für seinen Schutz in Krebs-Währung bezahlt.

    Die beiden machten sich auf, das Dorf zu verlassen. Wir verabschiedeten uns liebevoll und endgültig, immer mit der Hoffnung uns eines Tages wiederzusehen. Ich denke die beiden sind noch heute da draußen und werden die Suche nach dem Mythos der passenden Badehose niemals aufgeben.


    Ich hingegen sperrte alles zu, vergoss eine kleine Träne voller Restalkohol und begab mich auf eine Versorgungstour für das Dorf. Es war kalt und da nichts Besseres verfügbar war, zog ich mir eine Notarzt-Jacke über meine Sachen und fuhr los.


    Mitten im nirgendwo fuhr mein Seatdan nicht weiter und ich begab mich zu Fuß weiter auf den Weg nach Hause.


    Ein Bus mit anderen überlebenden hält plötzlich neben mir und der Fahrer gibt sich als „Hanzo“ zu erkennen. Das war komisch, denn die verwahrlosten und stinkenden Mitglieder der Gruppe sprachen den Fahrer mit einer Art afrikanischem Stammestitel an. Ich werde unfreiwillig in den Bus gequetscht und fürchte um mein Leben. Ich werde gefragt, ob ich ein Arzt bin, da ich die passende Jacke trage. Aus Angst um mein Leben bestätige ich dies und muss sofort mit meiner Arbeit anfangen. Ich trag Salbe auf dreck-mutierte stellen auf, die Körperteile darstellen sollen und scheide auf Grund des Ekels, das letzte Stück Tishina aus meinem Körper aus.


    Ich weiß nicht was passieren wird, wer diese Kreaturen sind oder ob ich morgen noch Lebe.


    Ich denke an Tishina, an echte Abenteuer dort, an ein sicheres Zuhause und an meine alte Gruppe die ich nun als Familie bezeichnen kann.


    Wenn ich das hier überlebe, hoffe ich so sehr, sie jemals wieder zu sehen.


    Ich erinnere mich ein letztes Mal an ihre Gesichter, bevor ich der harten Realität wieder ins Auge schaue.



    ENDE


    Fortsetzung folgt 2019!?!



  • Wie versprochen nun der Link zum Gewinnspiel bezüglich unseres Gruppenbildes.


    kleines Bild-Gewinn-Spiel zum GDZ-Tishina Treff 2018


    War echt ein sehr schönes und feucht-fröhliches Treffen. Wetter war auch so nice diesmal und ich hab mich mega wohl gefühlt bei euch. Abgesehen Freitag Nacht und Samstag morgen- Mittag ^^


    Freu mich jetzt schon sehr auf das angemietete Haus das wir 2019 beziehen :)


    PS: Ich bin sehr stolz das wir 2018 es geschafft haben mal Volleyball und sogar Fußball zu speilen ^^ Das war ja 2017 in Weißensee unnnnndenkbar :P

  • Freu mich jetzt schon sehr auf das angemietete Haus das wir 2019 beziehen

    3 Häuser 8o


    PS: Ich bin sehr stolz das wir 2018 es geschafft haben mal Volleyball und sogar Fußball zu speilen ^^ Das war ja 2017 in Weißensee unnnnndenkbar :P

    Hey, wir haben glorreich Tischtennis gespielt 2017 und einige haben sich dabei sogar schwer verletzt. Man darf diese Sportart nicht unterschätzen!

    "Real stupidity beats artificial intelligence every time." Terry Pratchett